Eigenwille

"Trotz ist, in jeder Lebensstufe, Kampf um den eigenen Wert." Adolf Muschg

Die Zeit zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr ist eine Zeit, in der wir Eltern uns oft sehr herausgefordert fühlen. Das Kind zeigt deutlich was es will, und es will seine Sachen eigenständig tun. Schnell rutschen wir in einen Machtkampf und fühlen uns danach meistens nicht gut. Um was geht es in dieser Zeit und wie bekommen wir einen für alle angenehmeren Alltag hin?

Termine & Preise

Eigenwille   ( für Eltern mit Kindern im Alter von 1 1/2 bis 5 Jahre )

23.03. und 30.03.2019

Samstags jeweils von 12 bis 15 Uhr. Die beiden Tage können nur zusammen gebucht werden.

Ort: "Entwicklungswerkstatt", Guntramstr. 5, nähe Lederleplatz, Stühlinger.

Kurspreis: 70 € für beide Termine zusammen

Der Rücktritt ist nur möglich, wenn es eine/n ErsatzteilnehmerIn gibt.

 

Anmeldeformular

Ausführliche Information

Die Zeit zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr konfrontiert uns mit dem ganz eigenen Charakter des Kindes und seiner Art zu sein. Während die Einen die Welt im Sturm erobern und die halbe Wohnung auseinander nehmen, begegnen Andere ihrer Umgebung eher in stiller und beobachtender Art, sehr detailliert und fein. Jedes Wesen hat seine ganz eigene Art die Welt zu erforschen und sich zu eigen zu machen.

In seinem Ausdruck ist es unmittelbar, unverstellt und intensiv. Es folgt seinen eigenen Interessen, macht große Entwicklungsschritte, Erfahrungen mit Grenzen und seinem Sozialverhalten. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Kinder auf ihre Art die Welt entdecken, experimentieren, sprechen, lachen, ihre Persönlichkeit immer mehr zum Ausdruck bringen. Man kann sich mit ihnen unterhalten, viel miteinander unternehmen, auch selbst die Welt durch die forschenden Augen der Kinder neu entdecken.

Es ist die empfindsame Zeit, in der sich das Selbstbewusstsein des Kindes bildet. Das kann ich unterstützen. Denn das Kind erfährt sich durch sein Gegenüber. Aus der Art, wie wir auf seinen Ausdruck reagieren, macht es sich ein Bild von sich selbst.

Konflikte äußern sich oft in alltäglichen Themen wie Zähneputzen, Essen, Anziehen. Hier bringt uns das Kind mit seinem Verhalten mitunter an unsere eigenen Grenzen. Wir werden wütend und reagieren in einer Weise, mit der wir uns im Nachhinein nicht gut fühlen.

An dem Punkt fangen wir oft an, nach „Rezepten“ zu suchen, nach Techniken oder Lösungen. Für den Moment kann das zwar hilfreich sein, aber langfristig dienen wir damit weder dem Kind noch uns oder unserer Beziehung.

Wenn es uns an dieser Stelle gelingt, die Wut als wertvolles Zeichen zu sehen und ein gleichwürdiges Miteinander zu etablieren, in dem jede Individualität ihren Platz bekommt und die Eltern ihre Verantwortung für die Qualität des Kontaktes übernehmen, können wir Grundlagen für Selbstausdruck und Beziehungsqualität entwickeln, die das ganze Leben bereichern.

Was bedeutet das ganz konkret und wie können wir das im Alltag leben? In diesem Elternkurs kann jeder seine individuellen Themen und Erfahrungen einbringen. Oft ist es hilfreich zu hören, dass es Anderen ähnlich geht. Der Kurs vermittelt neue Perspektiven und gibt Anregungen, wie wir dem näher kommen, was wir mit unseren Familien leben möchten.

"Was wirklich, wirklich wichtig ist für Kinder, sind Erwachsene, die jeden Morgen aufstehen und sagen: Es wird spannend heute, welches Geschenk bekomme ich heute von meinem Kind, was kann ich heute über mich lernen?" Jesper Juul